Marcel Broodthaers – Industrielle Gedichte

01.0513.11.2022

Marcel Broodthaers, Porte A, 1969 © Succession Marcel Broodthaers / 2022, ProLitteris, Zurich

Marcel Broodthaers (Saint-Gilles, 1924 – Köln, 1976) gehört zu den vielschichtigsten und vielseitigsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Als einer der bedeutendsten Vertreter konzeptueller Kunst untersuchte er mit den Augen eines Künstlers, dem Geist eines Dichters und dem Blick eines Soziologen nicht nur das Verhältnis zwischen Kunst, Sprache und Kommunikation, sondern auch die Mechanismen, einschliesslich der ökonomischen, die sich um Museen und Kunst drehen. Das MASI Lugano widmet diesem Meister des 20. Jahrhunderts „Marcel Broodthaers – Industrielle Gedichte”. In dieser beispiellosen Ausstellung in den Räumen des Kunst- und Kulturzentrums LAC sind die wichtigsten Motive der berühmten Schilder-Serie vertreten, die Broodthaers in den Jahren 1968 bis 1972 schuf. Angelehnt an die Materialien, die Ästhetik und die Produktionsweise von Strassenschildern, stellte der Künstler eine Serie von Plastikschildern mit rätselhaften Kombinationen aus Worten, Buchstaben, Zeichen und Formen her, die er Industrielle Gedichte nannte. Trotz der offensichtlichen Nähe zu Strassenschildern, kommunizieren diese Schilder keine klare Botschaft, sondern spielen mit der Desorientierung des Betrachtenden. Mit der Produktion der Industriellen Gedichte sowie deren Konzeption und Präsentation gelingt es Broodthaers, die Ambivalenz zwischen dem reproduzierbaren industriellen Objekt und dem einzigartigen und originären Kunstwerk zu unterstreichen. Zu der vom Museum WIELS in Brüssel in enger Zusammenarbeit mit den Erben von Marcel Broodthaers konzipierten Ausstellung gehören 72 Schilder mit unterschiedlichen Versionen und wenig bekannten Variationen. Die Ausstellung präsentiert zudem einzigartige Prototypen sowie Zeichnungen oder vorbereitenden Skizzen zu den Schildern, drei Filme und das Audio-Werk Interview mit der Katze – sämtliche Arbeiten stehen im Zusammenhang mit einer Auswahl von „Offenen Briefen“ des Künstlers.

Die von Dirk Snauwaert und Charlotte Friling kuratierte Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit WIELS, Brüssel organisiert. Die Präsentation im MASI Lugano kuratierte Francesca Benini in Zusammenarbeit mit Maria Gilissen Broodthaers, Marie-Puck Broodthaers und Succession Marcel Broodthaers.

  • MASI LAC

  • Piazza Bernardino Luini 6, 6900 Lugano
  • Di / Mi / Fr: 11 – 18 Uhr
    Do: 11 – 20 Uhr
    Sa / So / Feiertage: 10 – 18 Uhr
    Mo: geschlossen

Agenda

  • So 22.05
    11:00
  • Standort LAC, kostenlose Führung (auf Italienisch)
    Marcel Broodthaers – Industrielle Gedichte

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